Zur goldenen Stunde in die Berge

„Wenn du die schönsten Orte der Natur nicht nur auf Fotos siehst, sondern dort wirklich aufwachen kannst – das ist ein großartiges Gefühl.“ So beschreibt Anne das Lebensgefühl „Camping“. Und wenn man dann noch in einem kleineren Campingbus, wie dem Crosscamp, unterwegs ist, kommt man praktisch überall hin. Jeden Morgen einen anderen Sonnenaufgang – das ist es, was das Paar aus Thüringen sucht.

Zum Beispiel beim Wandern im nördlichen Italien. Aber warum gerade Südtirol? „Südtirol ist gespickt mit unglaublich faszinierenden Orten“, sagt Manuel. Allerdings kennt das Paar diese Orte nur im Sommer oder Herbst. „Dieses Mal wollten wir das alles endlich im Winter erleben, etwas höher in die Berge fahren und die massiven Felsformationen mit einer dicken Schneeschicht bedeckt sehen.“ Gesagt, getan. 

Zunächst geht es in die Region Toblach, dann über die Bergpässe in die Region Seiser Alm beziehungsweise Grödnertal, die landschaftlich einiges zu bieten hat. Auf dem Rückweg steht noch eine Übernachtung am Plansee auf dem Programm. Zwar ist Anne eine echte Reiseplanerin mit Leib und Seele, doch die möglichen Reiserouten sind eigentlich nur ein Backup. Denn gerade im Winter gibt es immer wieder Situationen, in denen man nicht mehr weiterkommt und sich umorientieren muss.

Kochen ist Balsam für die Seele

Der Campingplatz am Toblacher See ist gleich zu Beginn des Trips ein Highlight für Manuel und Anne. Er liegt mitten in der Natur. Die Wintersaison hat noch nicht begonnen – alles ist wie leergefegt. Das Paar hat die ganze schöne Aussicht nur für sich und kann die Seele baumeln lassen. Oder sich die Zeit mit Spielen oder Kochen vertreiben.

Anne ist leidenschaftliche Köchin und liebt es, mit frischem Gemüse zu kochen – im Crosscamp kein Problem. „Wir haben schon erlebt, dass Camping-Kühlschränke über Nacht zugefroren sind. Im Crosscamp gibt es aber eine genaue Temperatur-Anzeige, sodass man nichts falsch machen kann“, sagt Manuel. Also zaubert die 21-jährige Anne nahrhafte Gerichte mit Bulgur, Pasta oder Couscous, Soulfood, das von innen wärmt und die eigenen Akkus wieder auflädt. Auch für die Sicherheit ist gesorgt: Die Gaszufuhr für die Küche lässt sich im Crosscamp über einen extra Schalter elektronisch verriegeln.

Das Knirschen des Eises, das Rieseln des Schnees

Während des Crosscamp-Trips jagt ein Highlight das nächste. Am Pragser Wildsee laufen Manuel und Anne zum ersten Mal in ihrem Leben über einen komplett zugefrorenen See. Nicht ohne einen wohligen Schauer des Nervenkitzels zu verspüren. „Da war dieses dumpfe Geräusch der Eisplatten, die irgendwo im Innern der meterdicken Eisschicht immer wieder zerbrachen. Es war wie die Vibration eines Handys, die du aber im ganzen Körper spürst.“

Nicht minder spannend wird der Tag auf der Rodelbahn Raschötz in St. Ulrich. „Ich hatte keine Schneehose an, sondern nur eine Jeans. Und weil durch die Bauweise meines Schlittens immer wieder Schnee auf die Sitzfläche gefallen ist, war mein Hintern schon nach zwei Rodelpartien total nass“, berichtet Manuel. Gut, dass er sich später wieder in einer Berghütte aufwärmen kann und der Crosscamp dank Standheizung schnell für die voreingestellte Wohlfühltemperatur sorgt. 

Auch am Plansee sind die beiden wie schon am Toblacher See wieder ganz für sich – unschätzbare Quality Time. Abends hören Anne und Manuel nichts als den Schnee, wie er sanft auf das Dach des Crosscamp fällt. „Es war wie ein leichtes Knistern, total schön“, erzählt Anne. 

Ihr Geheimtipp, insbesondere für Skitour-Fans: Das Fischleintal in den Sextner Dolomiten. Ein langgestrecktes Tal mit ganz bizarren Felsformationen, das nur zu Fuß zugänglich ist. Abseits des Weges geht es durch den Tiefschnee bis zur Dreizinnenhütte. „Du läufst die ganze Zeit auf die Bergspitzen zu, die immer größer werden und sich immer höher auftürmen“, erzählt Manuel. Hinter den Bergspitzen geht die Sonne auf. Ein unvergesslicher Anblick.

Nicht von dieser Welt

Die Zeit, wenn die Sonne auf- oder untergeht – die goldene Stunde – ist für Manuel „einfach nicht von dieser Welt“. Ein warmes, seitlich einfallendes Licht beleuchtet die Szenerie als wäre sie in einen Farbeimer getaucht worden. Während sich die Schattenseite eher bläulich färbt, wirkt die Sonnenseite glühend warm. „Die Schatten sind extrem langgezogen, und es tut sich beinahe eine ganz eigene Welt auf.“ Alle Menschen sind gegangen, die Skilifte stehen, alles hat sich zur Ruhe gelegt – und dann fangen die Berge in der Stille zu glühen an. Beruhigend zu wissen, dass der Crosscamp Anne und Manuel morgen schon an einen ganz anderen Ort bringen wird – zu einem ganz neuen Sonnenaufgang.