Wie bist du eigentlich zum Fotografieren gekommen und was fasziniert dich daran?
Ich komme ursprünglich aus dem Bereich Video und habe nach und nach auch mit dem Fotografieren angefangen. Das Ganze begann ungefähr 2011 und entwickelte sich dann vom Hobby zum Beruf. Ich liebe es, mit meinen Bildern und Videos Geschichten zu erzählen, Menschen und deren Hintergründe kennenzulernen, aber auch neue Orte und Regionen zu entdecken. Ich versuche immer, die Schönheit und das Besondere der jeweiligen Orte aufzunehmen – seien es kleine Details oder die ganz großen Landschaften.
Für mich war der Trip nach Korsika mit dem CROSSCAMP das erste eigene Camping-Abenteuer auf vier Rädern. In meiner Teenager- und Jugendzeit war ich Pfadfinder (Royal Ranger) und kenne daher das Schlafen in der Natur. 2023 und 2024 hatte ich durch vier verschiedene Produktionen und Shootings bereits erste Berührungspunkte mit Wohnmobilen und Camper Vans. Besonders das erste Shooting in Dänemark mit dem CROSSCAMP 541 beim Kitesurfen hat meine Faszination dann wirklich geweckt.
Außerdem hatte ich mit Anton einen echten Camping-Experten dabei. Er war bereits monatelang mit dem Dachzelt in Norwegen, Schweden und Südeuropa unterwegs. Wir teilen die gleiche Reisephilosophie und verstehen uns einfach super. Eine top Grundlage also für unser Korsika-Abenteuer.
Am liebsten möchte ich so viel wie möglich erleben und nicht nur tagelang am Strand liegen. Das Gefühl, selbst zu entscheiden, wo das Bett am Abend stehen soll und von wo man den Sonnenaufgang genießen kann, ist einfach genial.
Für mich wäre nur ein Ort verschwendete Zeit, es sei denn, der Ort bietet eine Vielfalt an Details. Wir haben uns für einen Roadtrip entschieden und vorher zumindest ungefähr gewusst, wo es hingehen soll. Der Vorteil am Roadtrip ist, dass man einfach weiterfährt, wenn die Location einem nicht zusagt oder das Wetter gerade nicht passt. Spontanität ist daher meiner Meinung nach essenziell für meine Reisen.
Es ist zwar schön zu wissen, wo genau man die nächsten Tage oder Nächte verbringt, aber noch schöner ist es, alles ein wenig auf sich zukommen zu lassen. So kann man selbst entscheiden, welchen Ort man als nächstes aufsuchen möchte und vielleicht auch einen weniger bekannten Ort besichtigen, der nicht überlaufen ist.
Die Schönheit der Westküste
Am nächsten Morgen haben wir die Reise gen Westen fortgesetzt und nach einer atemberaubenden Fahrt über Bergpässe schließlich den ersten Strand in der Nähe von L’Ile-Rousse aufgesucht. Danach ging es weiter nach Calvi im Nordwesten der Insel. Nach Erkundung der Stadt haben wir von hier eine Zugfahrt zurück nach L’Ile-Rousse gemacht und auch hier die Stadt erkundet. Nachdem wir zurück in Calvi angekommen waren, haben wir unseren Schlafplatz am Rande der Stadt bezogen.
La Revellata und die Fahrt in den Süden
Für den nächsten Morgen stand eine Fahrradtour auf dem Plan – Ziel: La Revellata, eine Halbinsel wenige Kilometer von Calvi entfernt. Hier konnten wir mit unseren Mountainbikes bis zum Leuchtturm von La Revellata fahren, vorbei an unglaublich schönen Blumen und beeindruckender Natur. Anschließend setzten wir unsere Reise in Richtung Süden fort über Galéria und Osani. Nach Betrachten eines epischen Sonnenuntergangs in Porto war unser nächster Schlafplatz inmitten der Calanche, einer atemberaubenden Formation aus rotem Fels. Von hier aus nutzten wir die tolle Morgenstimmung und besichtigten den Ort Piana nach einer kurzen Fahrt durch die Calanche-Felsen.
Ajaccio und weiter nach Bonifacio
Nach einem kurzen Stopp in Cargèse landeten wir in Ajaccio, der größten Stadt Korsikas. Die Nacht verbrachten wir dann nördlich nahe der Stadt Alata, von wo wir nicht nur einen schönen Sonnenuntergang, sondern auch einen wunderschönen Sonnenaufgang bestaunen konnten. Über Propriano und Sarténe landeten wir schließlich in Bonifacio. Hier verbrachten wir einen Abend und einen Vormittag in der wunderschönen Stadt, die zu jeder Zeit einen Besuch wert ist. Wir entschieden uns, einen Bootsausflug zu den Lavezzi-Inseln mitzumachen, dem südlichsten Punkt Korsikas – hier hatte man nicht nur wunderschön türkises Wasser, sondern auch nach Süden eine Aussicht auf Sardinien.
Die Strände von Porto-Vecchio und der größte Wasserfall Korsikas
Nach einer Nacht in der Nähe von Porto Vecchio besuchten wir einen der bekanntesten Strände von Korsika: Palombaggia. Da wir bereits um 8 Uhr da waren, konnten wir die Schönheit fast allein genießen. Nach einem kurzen Stopp in Porto Vecchio führte unsere Reise zum größten Wasserfall der Insel: Cascade Piscia di Gallo. Diesen erreicht man nach einer kleinen Wanderung entlang eines Flusses und er ist in jedem Fall einen Besuch wert. Nach dem Erklimmen des Bavella-Passes (leider nur mit dem CROSSCAMP aufgrund des Wetters) erreichten wir einen unserer schönsten Schlafplätze direkt am Strand in der Nähe von Aleria. Hier konnten wir nur wenige Schritte vom Auto direkt baden gehen.
Das Bergdorf Corte und Cap Corse
Unser nächstes Ziel war dann das Bergdorf Corte, wo wir einen halben Tag verbrachten. Den letzten Tag nutzten wir dann für eine Reise zum Cap Corse, dem nördlichsten Punkt der Insel. Über das Bergdorf Rogliano landeten wir schließlich in Barcaggio, von wo aus wir uns auf den Fahrrädern entlang der Küste und den Genuesentürmen nach Macinaggio begaben und dann über den Bergpass zurück.
Tipp: Wer sein Fahrrad nicht gerne trägt, sollte diese Strecke lieber (wie auch angegeben) zu Fuß wandern. Hier kann man nicht nur tolle Strände, Steilküste, die Türme und türkis-blaues Wasser sehen, sondern mit etwas Glück auch ein paar friedliche Kühe direkt am Wasser.
Entlang der Westküste führte der Abschluss unserer Reise schließlich nach Patrimonio, wo wir die letzte Nacht verbrachten und anschließend von Bastia zurück aufs Festland nach Livorno übersetzten.
Am meisten hat mir die Vielfalt der Insel gefallen – kleine Ortschaften, hohe Berge, Wasserfälle, Brücken, Flüsse und wunderschöne Strände. Die Insel hat einfach so extrem viel zu bieten. Besonders beeindruckend war für mich Bastia mit vielen bunten Häusern und interessanten Gassen, Bonifacio mit einer alten Festungsanlage und einer wirklich schönen Altstadt, die Natur im Norden der Insel mit Weinbergen, Blumen und einer landschaftlich äußerst beeindruckenden Kulisse, die Calanche mit den ikonischen roten Felsen. Aber auch Cap Corse war in jedem Fall den Besuch wert.
Ich würde in jedem Fall Bonifacio nennen, weil hier jede Tageszeit einen besonderen Reiz hat.
Der Sonnenaufgang am ersten Morgen auf der Insel und die Fahrt über die Bergkette im Norden – hier sind nicht nur unglaublich schöne Bilder entstanden, sondern es hat auch die Vorfreude und Erwartungen für die dann folgenden Tage hochkochen lassen.
Die beste Reisezeit für Korsika ist von Mai bis Oktober, wenn das Wetter warm und sonnig ist. In der Hauptsaison (Juli und August) sind die Temperaturen am höchsten und es ist sehr belebt. Wer es ruhiger mag und die angenehmen Temperaturen bevorzugt, sollte die Nebensaison (Mai, Juni, September) wählen. In dieser Zeit sind die Temperaturen angenehm warm, die Strände weniger überfüllt und die Unterkünfte preiswerter.
Christoph zur Reisezeit April:
"Auf dieser Reise legten wir ein besonderes Augenmerk auf Natur und Städte. Das Baden an den Stränden war schön, jedoch aufgrund der 17-18 Grad Wassertemperatur etwas erfrischend. Auch die Lufttemperatur von 19 Grad und leichtem Wind war für lange Strandaufenthalte nicht optimal. Am meisten sind wir durch Städte und Dörfer gelaufen oder haben einige Wanderungen unternommen."
Wildcampen ist auf Korsika grundsätzlich verboten. Es gibt jedoch viele gut ausgestattete Campingplätze und Stellplätze für Camper Vans, die du nutzen kannst. Diese Plätze bieten oft eine Vielzahl von Annehmlichkeiten wie Stromanschlüsse, Sanitäranlagen, WLAN und manchmal sogar kleine Läden oder Restaurants. Es ist ratsam, im Voraus zu buchen, besonders in der Hochsaison. In der Nebensaison kannst du Glück haben – wie unserer Explorer – an der ein oder anderen Stelle "wild" eine Nacht verbringen. Achte aber bitte unbedingt darauf, den Ort so zu verlassen, wie du ihn vorgefunden hast.
Die Straßen auf Korsika sind oft schmal und kurvig, besonders in den Bergregionen. Es ist wichtig, vorsichtig zu fahren, die Geschwindigkeit anzupassen und genügend Zeit für die Strecken einzuplanen. In den Städten und größeren Orten sind die Straßen in der Regel gut ausgebaut, aber in den ländlicheren Gebieten kann es zu engen und unbefestigten Wegen kommen. Ein gut gewartetes Fahrzeug und Fahrpraxis auf solchen Straßen sind von Vorteil.
Ja, es ist eine großartige Idee, Fahrräder mitzunehmen. Korsika bietet viele schöne Routen und Pfade, die du mit dem Fahrrad erkunden kannst. Von entspannten Küstenwegen bis hin zu anspruchsvollen Bergpfaden ist für jeden etwas dabei. Fahrräder ermöglichen es dir, abgelegene Orte zu entdecken, die mit dem Auto schwer erreichbar sind und bieten eine umweltfreundliche und gesunde Möglichkeit, die Insel zu erkunden. Allerdings sollte man sich immer gut informieren, bevor man mit dem Fahrrad losstartet, da manche Strecken auch nur zu Fuß empfehlenswert sind – wie Christoph auch berichtet.
In den meisten größeren Städten und auch in vielen kleineren Orten gibt es Supermärkte, Tankstellen und Restaurants. Es ist jedoch ratsam, immer etwas Proviant und genügend Benzin dabei zu haben, besonders wenn du in abgelegene Gebiete fährst. Die Öffnungszeiten der Geschäfte können variieren und in ländlichen Regionen Korsikas sind Tankstellen und Supermärkte nicht so dicht gesät wie in städtischen Gebieten.
Korsika bietet eine Vielzahl von Aktivitäten für Outdoor-Enthusiasten. Wandern ist sehr beliebt, mit vielen gut markierten Wanderwegen durch die Berge und entlang der Küste. Mountainbiken und Kitesurfen sind ebenfalls großartige Optionen. Die Insel bietet auch ausgezeichnete Möglichkeiten zum Schwimmen, Schnorcheln und Tauchen in den klaren, türkisfarbenen Gewässern. Besuche die historischen Städte und Dörfer, probiere die lokale Küche und genieße einfach die atemberaubende Natur.
Korsika ist generell ein sicheres Reiseziel. Dennoch sollte man, wie überall, auf seine persönlichen Gegenstände achten und die allgemeinen Sicherheitsvorkehrungen beim Camping einhalten. Es ist ratsam, Wertsachen sicher zu verstauen, das Fahrzeug und das Zelt gut zu sichern und sich an die örtlichen Regeln und Vorschriften zu halten. Informiere dich über mögliche Gefahren, wie wilde Tiere oder Wetterbedingungen und plane entsprechend.