Fotograf Tobias Ritz und seine schwangere Frau Laura brachen im Februar mit dem CROSSCAMP nach Südtirol auf. Acht Nächte, über 1.400 Kilometer, ein unvergesslicher Roadtrip. Bevor ein neues Abenteuer beginnt.
Es war unser letztes großes Abenteuer zu zweit. Und deshalb musste extra gut werden.
Mein Name ist Tobias Ritz. Ich bin seit 14 Jahren selbstständiger Fotograf in Dresden, spezialisiert auf People- und Werbefotografie. Meine Frau Laura ist Lehrerin und sie ist schwanger. Was das bedeutet, wissen alle Eltern: Spontaneität bekommt ein Ablaufdatum, zumindest für eine Weile. Roadtrips zu zweit auch.
Also haben wir beschlossen, noch ein vorerst letztes Mal zu zweit loszuziehen. Nicht für einen kurzen Wochenendausflug. Sondern für genau die Art von Reise, von der man noch in zwanzig Jahren erzählt: Südtirol im Winter. Berge ohne Menschenmassen. Dolomiten, wenn kaum einer hinschaut. Und das Ganze mit einem Camper Van von CROSSCAMP.
Was folgte, waren ein paar Tage, die wir so schnell nicht vergessen werden. Lasst euch mitnehmen auf eine ziemlich coole Vanlife-Reise ...
Szene: Abholung in Isny im CROSSCAMP Headquarter. Wir haben die Schlüssel übergeben bekommen, das Team erklärte uns kurz die Technik und dann standen wir vor dem tollen Fahrzeug und einem langen Reiseweg. Für jemanden wie mich, der jahrelang mit einem VW Caddy und QUQUQ-Box durch Schweden, Frankreich, Dänemark und die Schweiz gerollt ist, war das ein ziemlicher Sprung. Aber ein Guter!
Laura und ich hatten einen groben Plan, allerdings keinen präzisen. Wir wussten: Reschensee. Pragser Wildsee. Dolomiten und vielleicht Venedig. Den Rest würden wir entscheiden, wenn wir ankamen. Das ist die Philosophie, für die wir campen. Wer einen festen Ort will, bucht ein Hotel. Wer den Weg will, nimmt einen Van.
Erste Station kurz nach der bayerischen Grenze: der Dorfladen Weißensee nahe Füssen. Ein kleiner Laden mit 24h-Automat, ideal für Proviant-Nachschub und dahinter ein schöner See für eine kurze Wanderung. Einfach, aber genau richtig als Einstieg.
Stuibenfall – wenn die Natur eigene Pläne hat
Unser erster richtiger Stopp galt dem Stuibenfall, Tirols höchstem Wasserfall. Der Zustieg ist kurz, die Kulisse dramatisch. Wäre da nicht die Eisglätte gewesen, die den Weg zur Hälfte gesperrt hatte. Also stehen, schauen, akzeptieren. Eine Lektion, die einem die Berge gerne erteilen.
Reschensee – ein versunkener Kirchturm und viel Stille
Der Kirchturm von Altgraun ragt aus dem aufgestauten Reschensee heraus wie ein Fingerzeig aus einer anderen Zeit. Ein ganzes Dorf liegt dort unten, geflutet in den 1950ern. Hier stand ich lang am Ufer mit der Leica in der Hand. Es gibt Motive, die erfordern keine Komposition. Man hält die Kamera einfach drauf.
Die Drei Zinnen sind ein Ort, bei dem man das Gefühl hat, die eigene Kamera täuscht, weil das, was man sieht, einfach zu gut ist, um real zu sein. Der Parkplatz Drei Zinnenblick mit Option auf Übernachtung für Camper ist einer der schönsten Stellplätze der ganzen Tour.
Ich habe dort lange gestanden mit der Leica in der Hand, als die Sonne tief stand und die Felsen orange leuchteten. Wunderschön ...
LUMEN – wenn Fotografie und Bergwelt eins werden
Als Fotograf wäre es fast ein Pflichtversäumnis gewesen, das LUMEN Museum für Bergfotografie auf dem Kronplatz auszulassen. Es liegt auf 2.275 Metern und zeigt eine der beeindruckendsten Sammlungen von Bergfotografie, die ich je gesehen habe. Keine touristische Pflichtstation, sondern eine echte Auseinandersetzung mit Licht, Raum und Stille. Sehr zu empfehlen.
Passo Giau – das Dach über Cortina
Wer die Bergwelt oberhalb von Cortina d’Ampezzo kennenlernen will, fährt den Passo Giau. Die Serpentinenstraße ist beeindruckend. Auf dem Weg liegt der Ra Gusela-Teich, der die umliegenden Dolomiten so perfekt spiegelt, dass man nicht weiß, wo die Wirklichkeit endet.
Meran ist eine Entdeckung. Die Passeggiata Tappeiner führt hinauf nach Dorf Tirol. Eine schöne Wanderung, die im Februar noch in völliger Ruhe funktioniert. Oben: Ausblick, Stille und das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Wer später im Jahr kommt, kann ab dem 1. April auch den Einer-Sessellift hoch ins Dorf Tirol nehmen.
Zurück unten: Eis bei SETA in Meran, gegenüber vom Sissi-Denkmal. 4,9 Sterne. Das beste Eis der Reise. Wer durch Meran fährt, sollte das nicht verpassen.
Eine der schönsten Anekdoten der Reise: Auf dem Stellplatz in Dorf Tirol bekamen wir Besuch von einem süßen Hund. Man konnte ihn einfach aus dem Bett durchs Fenster streicheln. Manchmal ist es genau das, was eine Reise unvergesslich macht.
Nur die wenigsten verbinden Venedig vermutlich mit einem Campingurlaub, wir jetzt schon. Das Camping Fusina liegt direkt am Wasser, die Fähre nach Venedig fährt quasi vom Campingplatz ab. Wir sind rübergefahren und haben San Marco in der Abendsonne erlebt. Gerade abends ist Venedig besonders schön.
Was ich nicht vergessen werde: aus dem Bett schauen und riesige Kreuzfahrtschiffe sehen, die sich direkt am Campingplatz vorbeischoben. Leise. Fast surreal.
Auf dem Rückweg: Gardasee und Wipptal
Der Rückweg führte uns an einem kurzen Stopp am Gardasee vorbei, dann ins Wipptal, ein stilles Seitental Südtirols, das kaum jemand auf dem Schirm hat. Genau deshalb lohnt es sich.
Die letzte Nacht auf dem Bacherhof: Tiere, frische Luft und Menschen, die ihren Beruf noch wirklich leben. Man kommt ins Gespräch und lernt was dazu. Das ist Vanlife in seiner reinsten Form.
Als Fotograf reise ich mit möglichst wenig Ballast. Auf dieser Tour:
Leica Q3, 28mm, f/1.7: Eine Brennweite, ein Motiv, volle Aufmerksamkeit. Die offene Blende macht auch in der Dämmerung überzeugende Bilder und ermöglicht es, Szenen freizustellen.
Sony a7R5 mit LAOWA zero-D 12mm 2.8: Für die Nachtaufnahmen vom CROSSCAMP. Ultraweitwinkel, um die ganze Szene abzubilden und möglichst wenig Streifen in den Sternen zu bekommen.
Foto-Highlights auf dieser Reise waren für mich die Berge und die alten Bergbauernhöfe, die Nadelwälder mit den Moosen und Schneeresten, die Tiere auf dem Bauernhof, und die Menschen und die Architektur in Venedig.
Ich bin mit dem VW Caddy großgeworden. Neuseeland im Kleinst-Camper. Schweden im Regen, Frankreich im Sommer. Ich bin keiner, den ein Fahrzeug leicht beeindruckt. Der CROSSCAMP hat mich trotzdem überrascht.
Südtirol im Februar oder März ist ein anderes Land als Südtirol im Sommer. Können wir von ganzem Herzen empfehlen:
Wir sind zurückgekehrt nach Dresden mit vollen Speicherkarten und dem ruhigen Wissen, dass wir genau das Richtige getan haben. Südtirol im Winter ist kein Trost-Urlaub für die Vorsaison. Es ist ein anderes Erlebnis, eines das man nur macht, wenn man hingeht, wenn kaum jemand dort ist.
Das nächste Abenteuer kommt. Es wird kleiner, lauter und schläft weniger. Aber wir sind bereit.