Roadtrip mit dem ELMNT durch Norwegen

#Stadt #Meer #Berge #Fotografie #Wandern
[ 3 Wochen Norwegen-Rundreise im Camper Van ]

Von Fjorden und Trollwänden

Unsere CROSSCAMP Explorer zieht es wieder einmal in den Norden: Dieses Mal Felix zusammen mit einem Freund aus dem Studium. Im CROSSCAMP ELMNT lassen sich die beiden bis zu den Lofoten treiben und genießen das Vanlife auf der atemberaubend schönen Route. Fernwehgarantie 10/10, versprochen.

Wir kommen am 17. Mai in Oslo an, dem norwegischen Nationalfeiertag, und die ganze Stadt ist auf den Beinen. Trachten, Musik und Fahnen an jeder Ecke plus ein langer Umzug, der sich durch die Innenstadt zieht. Dass wir genau an diesem Tag in der norwegischen Hauptstadt ankommen, war absolut nicht geplant, aber genau die Art schöner Zufall, die wir uns für diese Reise erhofft haben. Vanlife Serendipity pur.

Unseren CROSSCAMP ELMNT parken wir auf einem kostenlosen Park4Night-Stellplatz mit Anschluss an die Metro, was sich in einer Stadt wie Oslo als deutlich klügere Entscheidung erweist als jeder kostenpflichtige Parkplatz in Zentrumsnähe.

Mit dabei ist ein Freund aus dem Studium. Einen festen Plan für unsere dreiwöchige Reise durch Norwegen und Schweden? Haben wir nicht. Nur ein paar grobe Eckpunkte, an denen wir uns orientieren. Den Rest lassen wir auf uns zukommen und bleiben einfach immer dort länger, wo es sich für uns richtig anfühlt. Ein guter "Nicht-Plan", wie sich herausstellen sollte. 
 

Geiranger: Der Fjord, der auf jede Norwegen-Route muss

Nach Oslo brechen wir auf zum ersten großen Natur-Highlight der Reise. Schon die Anfahrt zum Geirangerfjord lässt erahnen, auf welches Erlebnis wir hier zurollen. Als wir den Fjord dann zum ersten Mal sehen, wird auch sofort ziemlich klar, warum er auf keiner Norwegen-Liste fehlt.

Den kostenpflichtigen Aussichtspunkt lassen wir aber aus und fahren stattdessen zu der kostenlosen Stelle etwas weiter unten, direkt an der Straße. Die Aussicht unterscheidet sich kaum, der Parkplatz ist leer und wir stehen für ein paar Minuten einfach nur da und staunen über die Schönheit der Natur. Können wir nur empfehlen.
 

Trollveggen: Eine Wand, die man nicht vergisst

Weiter geht's zur Trollveggen, der höchsten senkrechten Felswand Europas. Über 1.000 Meter Fels strecken sich direkt aus dem Tal nach oben. Schon auf dem Weg dorthin über den Trollstigen kommen wir nicht aus dem Staunen heraus: Serpentine um Serpentine, Wasserfälle rechts und links. Hier halten wir mehrfach an, weil die Aussicht viel zu schön zum Vorbeifahren ist. Den besten Blick auf die Wand selbst bekommen wir vom Litjefjellet nach einem kurzen, knackigen Aufstieg, für den wir bestens entlohnt werden.

Das Wetter hält sich allerdings an diesen Tagen nicht an unsere Pläne. Es regnet und wir sind nass von den Schuhen bis zu den Jacken. Abends im CROSSCAMP ELMNT drehen wir die Heizung hoch und hängen alles zum Trocknen auf. Der Van ist groß genug, dass wir uns trotzdem noch super wohl fühlen und alles gut trocknen kann für den nächsten Einsatz.

Auf der nächsten Etappe unserer Reise führt uns die Atlantikstraße über mehrere kleine Inseln, verbunden durch Brücken, mitten durch das offene Meer. Wir waren skeptisch, ob der Hype gerechtfertigt ist. Lasst euch gesagt sein: Ist er. Direkt neben der Straße finden wir einen wunderbaren kostenlosen Stellplatz am Wasser mit Blick auf die Brücken und das Meer dahinter. Wir kochen Kaffee, hören den Wellen zu und brauchen für diesen Abend nichts weiter, um glücklich zu sein. Das ist Vanlife, wie wir es lieben.

Küstenstraße FV17: Die bessere Alternative zur E6

Ab hier müssen wir uns entscheiden: E6 oder FV17. Wir nehmen die FV17 und damit die langsamere, aber deutlich schönere Route, die teilweise direkt an der Küste entlangführt. Ein paar Fähren gehören auch dazu, was die Fahrzeit deutlich verlängert, aber die Strecke zu einem absoluten Genuss macht.

Unterwegs halten wir bei den Sieben Schwestern. Die Bergformation besteht aus sieben Gipfeln, die vom Wasser aus noch beeindruckender wirkt, als der Name vermuten lässt.
 

Lofoten: Das Highlight

Manche Ziele halten, was sie versprechen und die Lofoten gehören definitiv dazu. Die Berge wachsen hier gefühlt direkt aus dem Meer, die Buchten leuchten strahlend blau und eine Wanderung übertrifft die nächste.

Zwei davon bleiben uns besonders in Erinnerung: Auf den Reinebringen steigen wir früh am Morgen, weil der Weg recht bekannt ist unter den Norwegentouristen und es daher oben schnell eng wird. Das lohnt sich, denn der entspannte Ausblick auf Reine und die umliegenden Fjorde ist das, was wir später als das schönste Erlebnis der ganzen Reise bezeichnen werden. Am nächsten Tag führt uns die Wanderung auf den Ryten für einen Blick auf den Kvalvika-Strand, einen der schönsten Strände Norwegens, den man nur zu Fuß erreichen kann. Das Bild kennen wir aus Reiseberichten. Dort zu stehen, ist aber etwas ganz anderes. Dafür muss man den Reiseführer aus der Hand legen, die heimische Couch zurücklassen und in die Welt ziehen.

Ein Hinweis für alle, die unsere Route nachfahren möchten: Kostenlose Stellplätze sind auf den Lofoten knapp. Wer flexibel bleiben will, kommt früh an oder checkt vorab, welche Campingplätze noch Kapazität haben.

 

Vesterålen: Ruhiger, aber nicht weniger schön

Gleich neben den Lofoten, aber deutlich weniger besucht, liegen die Vesterålen. Die Landschaft erinnert an das, was wir gerade erst hinter uns gelassen haben. Die Wanderungen sind ebenso herrlich und Stellplätze gibt es hier reichlich. Nach den vollen Tagen auf den Lofoten finden wir das durchaus erholsam und würden am liebsten noch länger bleiben.

Zurück durch Schweden: Weite, Wälder und Rentiere auf der Straße

Für die Rückreise nehmen wir die E10 durch Schweden Richtung Luleå. Was nach reiner Transitstrecke klingt, wird zu einem eigenen Kapitel: endlose Wälder, stille Seen, kaum Verkehr und immer wieder Rentiere am Straßenrand, die sich von uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Wir lassen uns Zeit und saugen die Magie der Strecke in uns auf. Unsere Empfehlung: Sich auch für diesen Streckenabschnitt ruhig ein wenig Zeit einplanen und sie nicht nur "hinter sich bringen" auf dem Weg nach Hause.

Auf dem Weg machen wir also gemäß unserer eigenen Empfehlung noch Halt an der Höga Kusten, einem Weltkulturerbe an der schwedischen Ostseeküste, dessen Felsen und Buchten uns extrem gut gefallen. Das Ende der Reise behalten wir zwei wunderschönen Städten, Stockholm und Kopenhagen, vor. Nach der Zeit in der norwegischen Weite wirken beide plötzlich dicht und voll, aber die Zimtschnecken und Cafés versöhnen uns dann doch recht schnell.

Mehr Kilometer auf dem Camper Van, mehr Erinnerungen im Kopf

Mehrere Wochen liegen hinter uns, als wir uns dann schließlich wieder auf ins Allgäu machen. Der CROSSCAMP ELMNT hat das typisch-nordisch-wechselhafte Wetter gut mitgemacht, unsere nassen Jacken getrocknet und sich, egal wo wir gerade standen, abends wie zuhause angefühlt.

Der Ausblick vom Reinebringen hat sich fest eingebrannt. Die vielen schönen Momente drum herum ebenso. Bis bald, Norwegen. Wir kommen bestimmt mal wieder.

FAQ zu Roadtrips durch Norwegen und Schweden

  • Für eine Route von Oslo über Geiranger, Trollveggen, die Atlantikstraße und die Lofoten bis zurück durch Schweden sind mindestens drei Wochen sinnvoll. Wer die Küstenstraße FV17 statt der E6 fährt und auf den Lofoten mehrere Wanderungen macht, braucht eher vier. Kürzere Reisen sind möglich, bedeuten aber, dass man an den schönsten Stellen nicht lange genug bleibt.

  • Ein Camper Van mit Aufstelldach oder Festbett ist für Norwegen gut geeignet, weil er auf schmalen Bergstraßen wie dem Trollstigen wendiger ist als ein großes Wohnmobil und auf den engen Campingplätzen der Lofoten leichter einen Stellplatz findet. Der CROSSCAMP ELMNT ist auf Peugeot Boxer-Basis aufgebaut und bringt eine vollwertige Küche, ausreichend Stauraum und eine Standheizung mit, was bei wechselhaftem Wetter im Norden einen großen (Wohlfühl-)Unterschied macht.

  • Eine bewährte Route führt von Oslo über Geiranger und den Trollstigen zur Trollveggen, dann weiter über die Atlantikstraße und die Küstenstraße FV17 bis zu den Lofoten und den Vesterålen. Die Rückreise über die E10 durch Schweden Richtung Luleå und Stockholm lässt sich mit einem Stopp an der Höga Kusten verbinden. Die FV17 dauert länger als die E6, enthält mehrere Fähren und ist landschaftlich deutlich abwechslungsreicher.

  • Juni bis August bieten die längsten Tage und angenehmsten Temperaturen. Der Mai hat weniger Touristen, aber deutlich wechselhafteres Wetter. Wer im Mai fährt, sollte auf Regen und kühlere Temperaturen vorbereitet sein und einen Camper mit Standheizung haben. Die Hochsaison von Juli bis Mitte August ist auf den Lofoten am stärksten frequentiert.

  • Ja, mehrere. Der Geirangerfjord und der Trollstigen liegen auf der direkten Route und sind einen längeren Aufenthalt wert. Die Atlantikstraße zwischen Molde und Kristiansund ist eine der bekanntesten Küstenstraßen Norwegens und hat direkt daneben kostenlose Stellplätze. Die Sieben Schwestern, eine Bergformation an der FV17, lässt sich gut vom Wasser aus beobachten. Die Vesterålen nördlich der Lofoten sind landschaftlich ähnlich schön und deutlich ruhiger.

  • Zwei Wanderungen stechen heraus. Der Reinebringen ist der bekannteste Aufstieg der Lofoten und bietet vom Gipfel einen Blick auf den Ort Reine und die umliegenden Fjorde. Ein früher Start lohnt sich, da der Weg stark frequentiert ist und es oben eng werden kann. Der Ryten führt zum Aussichtspunkt über den Kvalvika-Strand, einen der schönsten Strände Norwegens, der ausschließlich zu Fuß erreichbar ist. Beide Wanderungen sind konditionell anspruchsvoll, aber ohne technische Schwierigkeiten machbar.

  • Norwegen hat keine Streckenvignette wie die Schweiz oder Österreich. Stattdessen gibt es an vielen Straßen und Tunneln elektronische Mautstellen, die das Kennzeichen automatisch erfassen. Die Rechnung kommt im Nachgang per Post oder kann über den Anbieter AutoPASS vorab geregelt werden. Wer mit einem deutschen oder österreichischen Kennzeichen unterwegs ist, sollte sich vorab registrieren, um Verwaltungsgebühren zu vermeiden. Auf der FV17 und rund um die Lofoten fallen mehrere Mautpunkte an.

  • Norwegen gehört zu den teuersten Ländern Europas für Kraftstoff. Diesel kostet je nach Region und Saison zwischen 1,80 und 2,20 Euro pro Liter, Benzin liegt ähnlich. Für eine Rundreise von Oslo bis zu den Lofoten und zurück durch Schweden mit rund 5.000 Kilometern Gesamtstrecke und einem Verbrauch von etwa 10 Litern auf 100 Kilometern sollte man 900 bis 1.100 Euro für Kraftstoff einplanen. In abgelegenen Regionen wie den Vesterålen sind Tankstellen seltener, vorher tanken lohnt sich.

  • Auf den Lofoten und in Nordnorwegen liegen die Nachttemperaturen im Juni und Juli zwischen 8 und 14 Grad. In höheren Lagen und bei schlechtem Wetter kann es deutlich kühler werden. Eine funktionierende Standheizung im Camper ist daher auch im Sommer sinnvoll, nicht optional. Der CROSSCAMP ELMNT hat eine Dieselstandheizung serienmäßig an Bord, was auf dieser Route spürbar komfortabler ist als ein Fahrzeug ohne.

  • In den meisten Fällen ja. Die Fähren auf der FV17 sind für den Individualverkehr ausgelegt und können ohne Reservierung genutzt werden. In der Hochsaison, also Juli und August, können Wartezeiten entstehen. Bezahlt wird direkt an Bord oder über die App Fjord1, die auch vorab buchbare Verbindungen anzeigt. Camper Vans fallen in die Kategorie "Fahrzeug über 6 Meter" oder "unter 6 Meter", was den Preis stark beeinflusst, also vor der Reise die Fahrzeuglänge kennen.